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Mari Emily Bohley

Unikat-Urnen

+49 173 3825097  |  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.  |  www.unikat-urnen.de

Ich versuche jeden Tag zu sehen, was gut ist in meinem Leben. Auch, wenn sich ständig alles verändert und wir durch den Tod sogar verlieren, was wir lieben. Aber die Liebe bleibt und ist eigentlich immer da, umgibt uns. Wir müssen nur aufmerksam bleiben, um das Verborgene zu entdecken. Für mich kann es in der Natur, der Kunst oder in einer Geste sein – es ist immer da, nur bleibt es oft unbemerkt…

    Angefangen...

    hat alles mit der Bitte einer Freundin. Sie hatte im Bestattungsinstitut keinen Sarg gefunden, der ihr zu ihrem verstorbenen, sehr kunstinteressierten Freund zu passen schien. Darum fragte sie mich, ob ich nicht den Deckel eines schlichten Holzsarges gestalten könne.

    Die Idee einen Sarg zu gestalten war mir anfangs fremd. Aber dann gefiel mir die Vorstellung, etwas Besonderes für einen ganz bestimmten Menschen zu machen.
    Zum Abschied standen die Trauernden dann vor einem Sarg, der schön war für die Lebenden und würdig für den Toten.

    Der nächste Impuls kam 2020 in Form der Anfrage einer Buchbinderkollegin, ob ich nicht Urnen für eine Ausstellung anlässlich des 150. Jahrestages des Friedhofs Pirna gestalten könne. Durch Corona blieb die Ausstellung leider fast unbeachtet. Da ich aber für meine Urnen in anderen Zusammenhängen viele positive Rückmeldungen bekam, beschloss ich weitere Urnen zu gestalten und eine eigene Webseite dafür anzulegen.

    Für mich ist diese Arbeit ein Prozess, bei dem ich auf unsere Endlichkeit konzentriert bin und meine Kunst nur für den kurzen Moment des Abschieds schaffe - ein schöner, fast philosophischer Ansatz.

    Nachgefragt

    Wann fühlst du dich am lebendigsten?

    Das ist jahreszeitenabhängig. Im Sommer ist es ein Strandspaziergang, bei dem ich interessante Fundstücke sammle und danach ins Wasser springe, aber nur im Sommer! Im Herbst ist es das Ankommen im eigenen Zuhause und dort kreativ zu sein. Im Winter kann es auch eine schöne Begegnung oder ein schönes Gespräch sein und im Frühling sind es die ersten Spaziergänge, wenn die Sonne wieder wärmt und die ersten Pflanzen wieder zum Leben erwachen.

    Woran glaubst du?

    An die Kraft der Liebe und des Mitgefühls und dass diese Kräfte im Miteinander und auch langfristig in der Welt viel verändern können.

    Was findest du schwerer: Anfangen? Aufhören?

    Kommt darauf an: Bei Büroarbeit das Anfangen, beim Strandspaziergang das Aufhören …

    Welche Musik berührt dich?

    Melancholische Musik mit einem Schuss Zuversicht.

    Was hast du zuletzt gelesen?

    Pablo Neruda „Buch der Fragen“

    Wo ist dein Ort des Friedens?

    Die Natur, besonders das Meer und seine Urkräfte und mein Atelier, in dem ich kreativ sein kann.

    Was bleibt?

    Liebe.

    Was bedeutet Endlichkeit für dich?

    Das Wissen, dass Aufschieben nichts bringt und ich zu schätzen weiß, was ich Positives in meinem Leben habe.

    Wie möchtest du beerdigt werden?

    Das weiß ich noch nicht, entweder unter einem Baum oder im Meer.

    Erlerntes & Erlebtes

    • seit 2001

      Durchführung von Workshops und Ausstellungen für Schrift- und Buchkunst im In- und Ausland (z.B. Frankreich, Großbritannien, Italien, Norwegen, Schweiz, USA)

    • 2002 / 2003 /
      2005 / 2015

      Teilnahme am internationalen Kalligrafie-Symposium in Sunderland / GB

    • seit 2000

      Lehrtätigkeit an verschiedenen Schulen und Einrichtungen:

      • Berufsfachschule ESB mediencollege in Dresden
      • 59. Grundschule Dresden-Weißer Hirsch
      • Freie Alternativschule Dresden
      • Städtische Bibliotheken Dresden beim Projekt Lesestark!
      • in verschiedenen Kindertagesstätten und Schulen in Dresden
      • Kunstschule Wandsbek Hamburg
      • Scriptorium am Rheinsprung Basel, Schweiz
      • La Quincaillerie - Atelier/Galerie in Barjac, Frankreich
      • Akademie am Meer auf Sylt
      • Schweizerische Malschule
      • Villa Palagione - Centro Interculturale, Toskana, Italien
      • Atelier „Rund um das Wort“ im Kloster Einsiedeln, Schweiz
      • Stifts Reicherberg, Österreich
    • 1999 – 2007

      Leitung der Galerie "Blue Child" in der Kunsthofpassage

    • seit 1999

      Atelier für Schrift- und Buchkunst in Dresden-Neustadt

      Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler

    • 1996 – 1999

      Bachelor of Arts in Calligraphy and Bookbinding
      Studium der Buchbinderei und Kalligrafie bei Ewan Clayton und Jen Lindsay u.a.
      Roehampton Institute, London